Schüler*innen der BBS des Landkreises „feiern“ mit
Die Höhere Berufsfachschule Medien der BBS Ahrweiler begibt sich in Köln auf die Spuren der legendären japanischen Künstlerin Yayoi Kusama.
Der Autor dieser Zeilen bekennt sich schuldig. Schuldig der Unkenntnis und des Nichtwissens. Er kannte die Japanerin Yayoi Kusama nicht. Er hatte den Namen eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart tatsächlich noch nie bewusst gehört. Sicherlich wird ihm das eine oder andere ihrer Kunstwerke schon einmal irgendwo vor Augen gekommen sein, doch die Größe und Bedeutung ihres künstlerischen Schaffens war ihm nie bewusst. Dies äußerte er auch gegenüber einer ihm unbekannten Museumsbesucherin. Die Reaktion: Eine Mischung aus Verwunderung und stiller Verachtung. Der Autor schämt sich noch immer ein wenig und ist gleichzeitig voll der Freude und Dankbarkeit, dass es ihm vergönnt war, die Schüler*innen der Höheren Berufsfachschule Mediendesign (HBF.MD25) auf ihrem Unterrichtsgang zur großen Kusama-Retrospektive im Kölner Museum Ludwig zu begleiten, zusammen mit ihrer Klassenlehrerin, StR‘in Simone Derst, ihres Zeichens Lehrerin für Gestaltung, Kunst und Mediendesign an der BBS des Landkreises.
Wer je als Lehrer*in mit Schüler*innen ein Museum besucht hat, weiß um die pädagogischen und didaktischen Herausforderungen, die ein solches Unterfangen gelegentlich mit sich bringt. Sollten die begleitenden Lehrer*innen also im Vorfeld Zweifel ob der Motivation und Aufnahmebereitschaft ihrer Schüler*innen gehabt haben, so erwiesen sich diese als vollkommen unbegründet. Die überwiegende Mehrheit der angehenden Mediengestalter*innen zeigte sich nachgerade begeistert von dem, was Kurator Stephan Diederich aus dem langen, keineswegs immer einfachen Leben der Künstlerin an Kunstwerken präsentierte.
Die Bandbreite ihrer Kunst, die, trotz zahlreicher persönlicher Krisen, in ihren Kunstwerken immer wieder auch ausgedrückte Lebensfreude, die Ehrfurcht vor dem, was Theologen „Schöpfung“ nennen und die Vielseitigkeit ihrer Ausdrucksformen ließ die Schüler*innen ebenso wie die begleitenden Lehrerinnen gleichermaßen freudig strahlen und ehrfürchtig staunen. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich fasziniert von den spannenden Einblicken in Kusamas farbenfrohe und überbordende Kunstwelt, die für ihre charakteristischen Punkte-Muster und raumfüllenden Installationen bekannt ist. Ein besonderes Highlight waren die sogenannten „Infinity Rooms“. In diesen begehbaren Spiegelräumen erzeugen Licht, Reflexionen und wiederkehrende Muster die Illusion eines unendlichen Raumes. Die Schülerinnen und Schüler konnten so Kunst nicht nur betrachten, sondern unmittelbar erleben und Teil der Installation werden. Die eindrucksvolle Verbindung von Raum, Licht und Wahrnehmung regte zu Gesprächen über die Wirkung von Kunst und die Rolle des Betrachters an.
Die Heimfahrt ins Ahrtal reichte bei weitem nicht aus, diese unvergesslichen Eindrücke zu verarbeiten. Der Tenor jedoch war einhellig: Ein Museumsbesuch, der bleibende Eindrücke hinterlässt und zur Nachahmung empfohlen wird. Und auch die begleitenden Lehrer*innen sind sich einig: Eine tolle Lerngruppe, eine herausragende Ausstellung und ein Unterrichtsgang der seinesgleichen sucht, bot er doch eine abwechslungsreiche und inspirierende Ergänzung zum Gestaltungsunterricht des Schulalltags und ermöglichte auf dies Weise einen lebendigen Zugang zu zeitgenössischer Kunst.
Auf ein Neues im kommenden Schuljahr.
Michael Sauer-Beus, Simone Derst für BBS-Pressedienst
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